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Die Star Trek Reise - Von der Vergangenheit bis in die Zukunft

  Nr. 003

"Seitenblicke"

25. März 2001 


 

 

Willkommen, Star Trek Fans und Sci Fi Freaks, Chronologisten der Zukunft und in die Irre geführte Babylon 5 Enthusiasten, zu "Die Star Trek Reise", der wöchentlichen Kolumne von Christian Rühl über Star Trek, das Fandom und das Internet!

Nun, da ich über einen permanenten Netzzugang für 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche verfüge (zumindest theoretisch), konnte ich nicht widerstehen, die großartige Gelegenheit wahrzunehmen, die aktuellsten und wichtigsten Star Trek Ereignisse zu kommentieren - und zwar jede Woche. Zurückliegende Schlagzeilen und Updates, gegenwärtige Gerüchte und Episodenspoiler und meine eigenen Projektionen für die Zukunft... Sie werden all dies hier wiederfinden. Wenn Sie allerdings nichts von den bevorstehenden Ereignissen wissen möchten, sollten Sie sich schleunigst fortbeamen. Und seien Sie gewarnt: dies ist kein Newsletter - es ist reine, subjektive, mehr-oder-weniger-genaue Spekulation... Alles, was sie hier lesen werden, ist aus meinem Blickwinkel geschrieben.

Wenn Sie das nicht stört, dann, lieber Mitreisender... schnallen Sie sich an, schließen Sie sich meinem persönlichen Treck zu den Sternen an und genießen Sie den Flug!

 

Einige einleitende Worte...

Wie angekündigt wurde diese neueste Ausgabe von "Die Star Trek Reise" schon am Sonntag in die Star Trek Dimension gebeamt, da ich nächste Woche nicht in der Stadt bin...

Als Schwerpunkt habe ich dieses Mal einige interessante Seitenblicke auf zwei der letzten Episoden von Star Trek: Voyager vorbereitet, von denen wir endlich komplette Zusammenfassungen erhalten haben: "Friendship One" und "Natural Law". Lesen Sie meine Eindrücke über die Skriptspoiler im Wochenrückblick, sowie eine tiefgründigere Analyse der Ereignisse, mit denen sich die erste Episode beschäftigt (nämlich die Umsetzbarkeit von Zefram Cochranes Warpsonde) im Thema der Woche.

Energie...

 

Der Wochenrückblick

Wieder einmal gab es keine bahnbrechenden Ereignisse diese Woche: keine Ankündigungen von Rick Berman, keine angsteinflößenden Spoiler für Serie V - nach der Veröffentlichung des gefälschten (?) Casting Sheet ist es verdächtig ruhig geworden in Bezug auf dieses heiße Thema, aber daß kann sehr gut die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm sein! - und keine aufsehenserregenden Enthüllungen über das Voyagerfinale von Ken Biller, nun da das Skript vollendet wurde und sie bis 9. April filmen...

Aber halt, da gab es diesen Beitrag in Entertainment Tonight über die Dreharbeiten von Voyagers letzte 2 Stunden! Nun, selbst ein kleiner Happen ist ein Happen...

Die gezeigte Szene aus dem Serienfinale war relativ bedeutungslos, aber zumindest der Technobabble (Tachyonenstrahlen und temporale Risse) ähnelte mich doch sehr an den Zeitlinienaspekt von TNGs "Gestern, Heute, Morgen"... Es scheint, als wären die Spoiler war, die besagten, daß Teile der Episode in der Zukunft spielen, andererseits jedoch hoffe ich nicht, daß sie irgendeine Zeitreisengeschichte wiederaufwärmen werden, die man hundertmal zuvor gesehen hat, sondern uns eine wirklich aufregende Hintergrundgeschichte mit überraschenden Wendungen geben.

Das denkt jedenfalls Kate Mulgrew. Se sagte sogar, die Fans würden "erschüttert" sein, das Skript sei "absolut clever" und sie würde mit den Dreharbeiten in den nächsten Wochen "schweren Zeiten" entgegensehen. Was zur Hölle wird im Finale passieren??? Es ist eine Untertreibung wenn ich gestehe, daß ich besorgt bin. Werden Sie Captain Janeway umbringen? Wird die Voyager nicht nach Hause gelangen, sondern zurück zum Ausgangspunkt ihrer Reise geschleudert, vielleicht noch weiter? Bitte zeigt uns nicht "Das, was du zurückläßt, die Voyager-Version", bitte! Ich denke, es ist besonders für Star Trek Voyager wichtig, eine Serie, welche sich immer an die traditionellen "Roddenberry'schen" Star Trek Werte gehalten hat, daß das Finale, als eine Art Zusammenfassung oder Abschluß für die gesamte Serie, eine Botschaft des Optimismus, der Hoffnung und Zuversicht vermittelt, also die Crew für ihre Mühen und Opfer in den vergangenen 7 Jahren belohnt und  sie (nun, zumindest all jene Personen, an denen uns etwas liegt) heimbringt.

Vor dem Serienfinale gibt es natürlich aber noch sechs weitere Episoden, über die wir nicht allzu viel wissen - von denen drei sogar als "geheim" eingestuft sind. Aber was wäre das Fandom ohne Spoiler, Gerüchte und Vermutungen?

So haben wir gestern eine komplette Zusammenfassung für "Friendship One" erhalten, und heute einen fast kompletten Handlungsabriß für "Natural Law". Letztere war bis jetzt die Episode mit den meisten Fragezeichen, da TPTB nicht gerade gesprächig in Bezug auf diese waren, im Gegensatz zu "Friendship One" etwa.

Aber wenn die Spoiler stimmen, haben wir zwei Episoden mit einem komplett unterschiedlichen Hintergrund, einer komplett anderen Story, aber einem irgendwie ähnlichen, sehr starken Sozialkommentar: in beiden geht es um die Erste Direktive.

Es würde mich nicht wundern, wenn das wahr ist, da dank Ken Billers Gelegenheit, seine persönliche Star Trek Vision als ausführender Produzent der Show zu verwirklichen, die 7. Staffel die "Soziale Staffel" zu sein scheint, nach der 4. Staffel als "Spaßstaffel", der 5. Staffel als "Charakterstaffel" und der 6. Staffel als "Innovativer Staffel". Ich vermisse ein wenig die klassische Science Fiction, den Spaß, die Action und die Frische vergangener Staffeln, aber zumindest bekommen wir Voyagergeschichten, die tiefgründiger, professioneller geschrieben, konsistenter und anspruchsvoller als je zuvor sind.

Als die ersten Kurzinformationen über "Natural Law" veröffentlicht wurden, waren die meisten Fans schockiert: Chakotay und Seven ZUSAMMEN - gefangen auf EINEM planeten??? Besodners nach "Human Error", wo Seven einen Holo-Chakotay für einige, äh, Soziallektionen benutzt, fürchteten sowohl die J/Cers als auch die S/Ders eine Art von sich entwickelnder Beziehung zwischen beiden. Nun, zumindest der Zusammenfassung zufolge können wir wieder hoffen...

Davon ausgehend, daß "Natural Law" eine Episode mit vielen Außenaufnahmen ist (davon hatten wir in dieser Staffel recht wenig, mal von "Flesh & Blood" abgesehen) und Seven und Chakotay in einer Art primitiver, naturorientierter Kultur zeigt, könnte dies eine neue Version von "Tattoo" oder "Nemesis" sein.

Verstehen Sie das nicht falsch, die Themen dieser eher mittelmäßigen Shows waren völlig andere, aber ich könnte mir vorstellen, daß die Atmosphäre, der Grundton ähnlich sein wird. Das würde zumindest erklären, warum sie gerade Chakotay und Seven ausgewählt haben. In Hinblick auf die vermutliche Haltung bezüglich der neuen Umgebung, sind beide sehr unterschiedlich, und so dürfte die Chance für profunde Charakterentwicklung ziemlich hoch sein: Chakotay ist natürlich der indianische Führer, der mit der Natur aufgewachsen ist und sicherlich eine "primitivere", ursprünglichere Lebensweise schätzen würde, während Seven für 18 Jahre in einem Kollektiv der Hochtechnologie lebte, daß von einer naturalistischen Lebensart nicht weiter entfernt sein könnte, und selbst davor war sie ein Kind des 24. Jahrhunderts (sie lebte auf dem Raumschiff Raven mit ihren Eltern, welche fortschrittliche Wissenschaftler waren).

Wenn ich so über diese generelle Gegensätzlichkeit der zwei Hauptcharaktere der Episode nachdenke, könnte sie auch den Flair von "Entscheidungen" miteinbeziehen, da ähnliche Themen in jener geliebten wie gehaßten J/C Show erforscht wurden.

Oh ja, beruhigen Sie sich, ich denke nicht, daß sie auch das "Liebesthema" jener Episode mit einbringen werden...

Und "Friendship One"? Nun, von der grundlegenden Story einer "alten Erdsonde, die sich seit ihrem Start 2067 beträchtlich verändert hat" ausgehend war ich ziemlich besorgt, sie könnten eine Voyager-Version von TOS "Ich heiße Nomad" oder "Star Trek: Der Film" produzieren, welche beide von einer alten terranischen Sonde aus dem 20./21. Jahrhundert handelten, welche bedeutenden Veränderungen ausgesetzt war und Schaden anrichtete, statt für Frieden und Freundschaft zu wirken.

Tatsächlich, selbst wenn die Sonde nicht von einem höheren Wesen verändert wird, sondern - so wie sie ist - beträchtliche Schäden in einer außerirdischen Gesellschaft verursacht, ist die Geschichte trotzdem den genannten Vorgängern noch sehr ähnlich. Andererseits bin ich sehr interessiert daran, etwas über den Zeitabschnitt nach dem Ersten Kontakt mit den Vulkaniern und dem ersten Warpflug von Zefram Cochrane (der in der offiziellen Zusammenfassung ausdrücklich erwähnt wird!) 2063 zu erfahren - dies ist eine Zeit, die *niemals* zuvor gezeigt oder auch nur erwähnt wurde - in keiner Episode und keinem Film. Eine Nebenhandlung von "Friendship One" (wie jene in "Ein kleiner Schritt") oder zumindest ein paar Szenen und Dialoge könnten sehr gut eine Fortsetzung oder ein Sequel für den überragenden Film "Star Trek: Der Erste Kontakt" darstellen, der nur einen groben Abriß der Entwicklung der Menscnheit in den nächsten 50 Jahren gab, aber nichts über Cochranes weitere Karriere oder die weiteren Schritte der Erforschung des Weltraums aussagte). Ich denke, daß macht die Episode zur interessantesten der noch ausstehenden Folgen. So interessant daß ich nicht widerstehen konnte, darüber zu spekulieren, wie die bereits bekannten Fakten sich in die Star Trek Geschichte und Wissenschaft einfügen könnten - werfen Sie einen Blick auf das Thema der Woche!

Und wenn jene Gerüchte war sind, daß die historische Nebenhandlung, welche sich mit der ursprünglichen Star Trek Prämisse "Suche und Erforschung von fremden neuen Welten" beschäftigt, eine Art Einstieg zu Serie V liefern wird (das EdF Gerücht ist noch nicht tot!) könnte "Friendship One" ein ähnlich großer Knüller wie der abschließende Zweiteiler werden!

Ich persönlich denke nicht, daß dies so sein wird (es ist einfach zu offensichtlich), aber wer weiß? Die Zeit der Überraschung und Aufregung könnte näher sein als wir denken - die ersten der neuen Episoden sind im April zur Erstaustrahlung fällig!

 

Thema der Woche

Vermutungen über "Friendship One"

Zugegeben, wir wissen nicht viel mit Sicherheit über diese Episode, aber wenn wir auf die Richtigkeit der veröffentlichten Handlungsabrisse vertrauen, haben wir schon ein paar faszinierende - und debattierwürdige - Fakten über die weitere Entwicklung des Warpflugs in der Hand.

Der offiziellen Zusammenfassung und den zusätzlichen Informationen zufolge, welche bei startrek.com diese Woche erschienen sind, wird in der Episode die Besatzung der Voyager vom Sternenflottenkommando darüber informiert, daß eine alte Erdensonde ihre Position jetzt erreicht haben sollte. Sie werden damit beauftragt, die Sonde zu finden und zu bergen, welche 2067, 4 Jahre nach Cochranes historischem Warpflug, mit der Mission gestartet wurde, Freundschaft mit den ihr begegnenden außerirdischen Kulturen zu schließen (bedeutet: mit ihnen zu kommunizieren und ihnen von der Menschheit zu berichten; dies war auch das Ziel von "Projekt Ozma" in den 1960ern; und es war eine der Aufgaben der Pioneer X Sonde mit ihrer berühmten "Menschliche Grüße" Plakette.)

Nun ist mein Problem: zehntausende Lichtjahre in nur 300 Jahren scheinen eine ganze Menge zu sein, davon ausgehend, daß die Phoenix, Cochranes erstes Warpschiff, nur 3 Jahre zuvor lediglich Warp 1 erreicht hatte. Die Sonde muß bedeutend schneller gewesen sein, denn wenn sie nur mit Warp 1 geflogen wäre, hätte es zehntausende Jahre gedauert, die Voyager zu erreichen.

Wir haben zwei Unsicherheitsfaktoren bei dieser Frage: der erste ist die Entfernung der Voyager in "Friendship One". Das Raumschiff ist zahlreichen Episoden der 7. Staffel zufolge 30000 Lichjahre von der Erde entfernt, aber wir wissen, daß es einen weiteren Sprung in "Q2" geben könnte, und die Spoiler behaupten, daß die exakte überbrückte Entfernung in jener Folge nicht genannt wird. Andererseits wissen wir mit Bestimmheit, daß die Voyager in "Destiny" noch immer im Deltaquadrant ist (sie werden nicht die Grenze zum gefürchteten Betaquadranten überqueren - Oh nein! All diese griechischen Buchstaben könnten die Zuschauer verwirren!), weil McNeill und Phillips in einem Interview erwähnt haben, das die Voyager zu diesem Zeitpunkt "am Rande des Deltaquadranten ist". Aber selbst wenn sie die Grenze zwischen beiden Quadranten fast erreicht haben, sind sie immer noch, abhängig von der genauen Flugbahn, 26000 bis 28000 Lichtjahre von der Erde entfernt (deren Entfernung zum galaktischen Kern 25800 ly beträgt).

Der zweite Punkt ist die Frage, wie lange die Sonde tatsächlich gereist ist, bis sie den außerirdischen Planeten erreicht und dort Schaden angerichtet hat? Die Wahrheit ist, daß das für die Geschwindigkeitsabschätzungen keine Rolle spielt, da die Probleme schon bei der Maximaldauer (310 Jahre) auftreten.

Somit etwas Mathematik. Wenn wir willkürlich eine Entfernung von 28000 Lichtjahren und eine Reisezeit von 300 Jahren annehmen (10 Jahre dürften genug Zeit für den globalen Krieg sein, der in den Spoilern erwähnt wird, und gleichzeitig sicherstellen, daß er noch immer das Leben der Leute beeinflußt, so, wie noch ein Jahrzehnt nach dem 3. Weltkrieg noch bedeutende Nachwirkungenen zu spüren waren), wäre die Reisegeschwindigkeit der Sonde 93.3c oder Warp 3.9 (TNG Skala) bzw. Warp 4.5 (TOS Skala). Wenn die Sonde eher entdeckt worden wäre, wäre sie mit noch höherer Geschwindigkeit gereist. Nun wird allgemein angenommen, daß derartige Geschwindigkeit nicht vor dem späten 22. Jahrhundert und der Entwicklung der sehr viel leistungsfähigeren Materie/Antimaterie (M/AM) Energieerzeugung erreicht wurden. Haben wir hier erneut eine ärgerliche Ungereimtheit in Bezug auf Star Trek Chronologie und Technologie?

Zunächst denke ich, müssen wir davon ausgehen, daß die erste Generation der irdischen Warpschiffe fusionsbetrieben waren. Ich glaube nicht, daß Cochrane und sein Team so kurze Zeit nach dem 3. Weltkrieg die Mittel hatten, um im großen Maßstab Antimaterie zu produzieren (schon alleine, daß sie die Warpbarriere durchbrochen haben, ist erstaunlich), auf der anderen Seite jedoch könnten in Hinblick auf die reale Wissenschaft Fusionsreaktionen zu diese Zeit verfügbar und, was am wichtigsten ist, effizient und wirtschaftlich sein.

Außerdem, wenn Friendship One fusionbetrieben war, würde dies erklären, wie die Außerirdischen dieses eher primitive Stück Technologie für einen Krieg verwenden konnten: sie untersuchten das Energieerzeugungssystem und entdeckten die kontrollierte Fusionsreaktion. Es ist ein kleiner Schritt von einer kontrollierten Kernverschmelzung zurück zu einer unkontrollierten Verschmelzungsreaktion - und der Wasserstoffbombe, einer mächtigen Waffe, die eine gewaltige Energie durch die Fusion von Wasserstoffisotopen freisetzt. So entwickelten sie Kernwaffen und benutzten Sie gegeneinander in einem Weltkrieg, was zur Zerstörung der Planetenoberfläche führte und eine nuklearen Winter auslöste (die Spoiler erwähnen, daß "die Amosphäre mit Strahlung verseucht ist", was an die Situation auf dem Vaadwaur Heimatplaneten in "Die Zähne des Drachen" erinnert).

Das Problem mit der Kernfusion ist: sie ist bei weitem zu leistungsschwach - zumindest für Warpflüge. Es wurde noch nie in einer Episode gesagt, aber meiner Meinung nach hängt der Energiebetrag, der für Überlichtflüge benötigt wird, von folgenden Faktoren ab:

- der Größe des Schiffs, und damit der Größe des Warpfelds. Je größer das Feld sein miß, desto mehr Energie wird für dessen Aufbau benötigt. Da eine Warpsonde, im Gegensatz zu einem Warpschiff, sehr klein sein dürfte, wäre das kein Problem für "Friendship One".

- die gewünschte Überlichtgeschwindigkeit. Je stärker (und vielschichtiger, für Experten) das Warpfeld sein muß, desto mehr Energie wird für dessen Erzeugung benötigt. Das könnte ein Problem sein, da die Sonde nicht nur die Lichtgeschwindigkeit erreichen muß, sondern sogar das 93-fache. Das ist eine ganze Menge.

Neben der Frage, ob ein Fusionsreaktion genug Energie/Zeiteinheit zur Verfügung stellen kann, um ein Schiff auf mehr als Warp 1 oder 2 zu bringen, müssen wir fragen, wo es all den Treibstoff (Deuterium) für eine 300-jährige Reise herbekommen hat. Und im Gegensatz zur M/AM Annihilaton, welche viel Energie aus wenig Ausgangsmaterial erzeugt, benötigt die Kernfusion viel Treibstoff, was das Problem verschlimmert. Der Treibstoff wurde definitiv nicht in der Sonde gelagert, da dafür riesige Tank nötig wären, was wiederum die Abmessungen beträchtlich vergrößern und damit zu einem noch größeren Treibstoffverbrauch pro Zeiteinheit führen würde, mal davon abgesehen, daß die Mission von "Friendship One" nicht genau festgesetzt war, sondern eher offen gestaltet war ("kommuniziere mit außerirdischen Kulturen, auf die du während deiner Reise triffst"). Eine Möglichkeit wäre das Nachfüllen von Treibstoff während des Flugs durch die Verwendung von Bussard Kollektoren, ein Konzept, welches im 20. Jahrhundert von R.W.Bussard entwickelt wurde. Die Frage ist: könnte eine solche Vorrichtung genug Treibstoff pro Zeiteinheit nachfüllen, um die benötigten hohen Geschwindigkeiten zu erlauben?

Nach all diesen Problemen mag man zu der Schlußfolgerung kommen, daß die "Friendship One" Technologie nicht direkt aus der ersten Generation von Warpschiffen entwickelt wurde, sondern von irgendwie von den Vulkanieren inspiriert ist. Vielleicht war einer ihrer ersten Amtshandlungen im Rahmen des Aufbauprogramms für die menschliche ZivilisationTM (haben die übrigens nicht auch so etwas wie die Erste Direktive? Ihre Hilfe in der Zeit nach dem ersten Warpflug, die in Der Erste Kontakt erwähnt wurde, war jedenfalls eine eindeutige Einmischung in unsere natürliche technische, wissenschaftliche und soziale Entwicklung!) die Ausstattung der Menschheit mit einigen Sonden, mit welchen sie der galaktischen Gemeinschaft "Hallo" sagen könnte...

Wir wissen dies natürlich nicht mit Sicherheit. Aber das Spekulieren war doch spannend, oder? Und letzlich denke ich nicht, daß die Überlegungen zwecklos waren, da wir wohl kaum eine detaillierte Analyse der Friendship One Sonde in der Episode erhalten werden.

Ich freue mich auf jeden Fall auf den 25. April, wenn wir hoffentlich mehr über die ersten Jahre der "Menschheit auf Warp" erfahren werden!

 

Christian Rühl

Webmaster - Star Trek Dimension

 

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