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Willkommen, Star Trek Fans und Sci Fi Freaks, Chronologisten der Zukunft und in die Irre geführte Babylon 5 Enthusiasten, zu "Die Star Trek Reise", der wöchentlichen Kolumne von Christian Rühl über Star Trek, das Fandom und das Internet! Nun, da ich über einen permanenten Netzzugang für 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche verfüge (zumindest theoretisch), konnte ich nicht widerstehen, die großartige Gelegenheit wahrzunehmen, die aktuellsten und wichtigsten Star Trek Ereignisse zu kommentieren - und zwar jede Woche. Zurückliegende Schlagzeilen und Updates, gegenwärtige Gerüchte und Episodenspoiler und meine eigenen Projektionen für die Zukunft... Sie werden all dies hier wiederfinden. Wenn Sie allerdings nichts von den bevorstehenden Ereignissen wissen möchten, sollten Sie sich schleunigst fortbeamen. Und seien Sie gewarnt: dies ist kein Newsletter - es ist reine, subjektive, mehr-oder-weniger-genaue Spekulation... Alles, was sie hier lesen werden, ist aus meinem Blickwinkel geschrieben. Wenn Sie das nicht stört, dann, lieber Mitreisender... schnallen Sie sich an, schließen Sie sich meinem persönlichen Treck zu den Sternen an und genießen Sie den Flug!
Einige einleitende Worte... Nein, "Die Star Trek Reise" ist nicht vorzeitig abgesetzt worden, wie manche vielleicht angesichts der Tatsache, daß es in der letzten Woche keine Ausgabe gab und auch diese vierte Kolumne ziemlich spät dran ist, gedacht haben mögen. Tatsächlich mußte ich jedoch mal eine Pause einlegen, da ich in der Woche zuvor nicht in der Stadt war, und in den letzten Tagen brauchte ich ein wenig Zeit, um mit ein paar neuen High-tech Spielzeugen herumzuspielen (d.h. ein DVD Laufwerk, für die ganz Neugierigen!). Wieder einmal (ohne sarkastisch klingen zu wollen) liegt der Schwerpunkt dieser Ausgabe auf unseren geliebten Standardthemen in diesem Jahr, Serie V und das Voyager Finale - aus offensichtlichen Gründen, die ich jedoch noch nicht in dieser Einleitung verraten werde... Um Sie nicht länger auf die Folter zu spannen, Energie...
Der Wochenrückblick Das war doch eine recht interessante Woche: viele Serie V Gerüchte - so unwahrscheinlich und hirnverbrannt einige auch sein mögen - sind immer noch quicklebendig, wobei wir endlich einige (wenige) neue Infos von Rick Berman zu diesem Thema bekommen haben. Interessanterweise bekräftigen inzwischen viele Zeichen die angenommene Entstehung der Föderation Prämisse der Serie, und gleichzeitig unterstützen sie leider auch das berüchtigte Casting Sheet. Eine dieser kleinen verdächtigen Hinweisen ist Bermans Ankündigung, daß der Drehstart des Pilotfilms für den 8. Mai 2001 angesetzt ist - dasselbe Datum wie im Sheet. Er erwähnte zudem vor einiger Zeit, daß es 7 Castmitglieder geben wird, 5 Menschen und 2 Außerirdische, genau wie im Casting Sheet, und im aktuellen Star Trek Communicator Interview bestätigte er indirekt einen männlichen Captain - unglücklicherweise. Ich bin ziemlich enttäuscht über die Entwicklung, da dies Captain Janeway, die einzige Frau von 5 Captains, zu einer reinen Quoten-Figur macht - ein Zugeständnis an die berüchtigte amerikanische Political Correctness, und nichts weiter. Wenn die Castinginformationen vollständig richtig sind, trifft dasselbe auf Captain Picard zu, dann der einzige Nicht-Angelsachse in einer langen Reihe von tugendhaften nordamerikanischen Captains! Diese Art von beschränktem Denken (und niedrigem Nationalismus) ist doch komplett gegen den Geist von Star Trek und seine Werte der multikulturellen Vielfalt und Toleranz gerichtet. Es ist wirklich traurig. Berman hat sonst nicht viel neues erzählt, aber wiederholt, daß die Serie völlig frisch und anders daher kommen wird, was Atmosphäre und die kreativen Werte anbetrifft. Jedoch könnte das letztere nur ein Wunsch bleiben, da schon eine ganze Menge altbekannte Leute Teil des Projekt sind, unter ihnen Michael Okuda, John Eaves und Meri Howard, die zur Zeit noch eine Star Trek Voyager Produzentin ist. Sie mögen sagen: aber wir hatten doch sogar eine offizielle Bestätigung des Sheets durch Richard Arnold, auf der FedCon 8 Convention in Bonn an diesem Wochenende! Nun, meine Antwort darauf ist knapp: wer ist Richard Arnold, daß er dies wissen und ankündigen kann? Er ist vor zehn Jahren Gene Roddenberrys Assistent gewesen, aber arbeitet schon seit Jahren nicht mehr für Paramount, wobei die Beziehungen zu TPTB gewissermaßen... abgekühlt sind. Somit werde ich den grundlegenden Ratschlag wiederholen, an den ich mich selber seit der "Enthüllung" des Casting Sheets halte: nehmen Sie *nichts* für bare Münze solange die offizielle Ankündigung von Ort, Zeit und Umstände der neuen Serie (Rick Bermans neuesten Aussagen zufolge wird diese in ein paar Wochen gemacht, aber andererseits hat er vor ein paar Wochen schon dasselbe gesagt...) nicht erschienen ist. Haben Sie unseren kleinen Scott Bakula Scherz am 1. April 2001 mitbekommen? Die Star Trek Dimension und das Trek Zone Network haben "gemeinsame Sache gemacht" und die "offizielle Ankündigung von Serie V Hauptdarsteller Scott Bakula" veröffentlicht. Die TZN lieferte einen detaillierten Bericht, während die Dimension ein nettes "neues" Lgoo mit "allen fünf Sternenflottencaptains" präsentierte (es ist nicht länger auf der Hauptseite, aber das ziemlich überraschende Logobild kann hier und das "Casting Photo" hier betrachtet werden). Ich erwähne das weil ironischerweise es noch möglich ist, daß der Aprilscherz gar keiner war, sondern daß die Dimension in der Tat den echten Serie V Captain für einige Tage auf ihrer Hauptseite hatte (wenn auch nicht in der korrekten Bekleidung...)! Die Gerüchte, welche erwähnten, daß Bakula mit Paramount in Verhandlungen über die Hauptrolle ist, wurden letzte Woche durch weitere Quellen bestätigt, und Sie kennen das alte Sprichwort: in jedem Gerücht steckt ein Körnchen Wahrheit... Die anderen großen Neuigkeiten: der Dreh von Voyagers (immer noch unbenannten) Finale sollte am 9. April 2001 nach 2 Wochen beendet worden sein. Die ersten Sets sind bereits die Woche davor abgerissen worden, und wenn alles gut gegangen ist, sollten die letzten zwei Stunden inzwischen in der Nachproduktion sein. Die Schauspieler packen wahrscheinlich schon ihre Koffer und erwarten die angekündigte "Wrap-up Party" an diesem Donnerstag mit einem lachenden und einem weinenden Auge (nun, viele von ihnen sicherlich sogar mit zwei weinenden Augen). Obwohl wir noch nicht gesehen haben, was sie sich für die letzten zwei Stunden von Star Trek: Voyager ausgedacht haben (zumindest scheint es, als hat es eine ganze Menge "Köche" gegeben: neben Biller und Berman auch Braga und Doherty), ist die Ära der vierten Star Trek Sere damit vorbei. Dies ist der Grund wieso die Serie der Schwerpunkt meiner Kolumnen und der gesamten Star Trek Dimension in diesem Jahr ist - und weitere Reviews, Schlußfolgerungen und Würdigungen werden in diesen besonderen Monaten folgen.
Thema der Woche Der Voyager Set Nachruf, Teil 1 Sie haben es also gewagt. Und getan. Wieder einmal. 1994 ist das Flagschiff der Föderation USS Enterprise-D auf den Schrottplatz gekommen, und im Mai 1998 ist ihr die riesige, beeindruckende Raumstation Deep Space Nine dorthin gefolgt. Natürlich spreche ich von dem unerfreulichen, ziemlich gefühllosen "Ritual", das jedes Mal durchgeführt wird, wenn eine Fernsehserie endet: die Bauten der wirklichen Welt, welche die Serienorte darstellen - Raumschiffbrücken und Stationspromenaden zum Beispiel - werden aus Kostengründen zerstört. Raum und Wartung sind teuer (mal davon abgesehen, daß die Bühnen für andere Produktionen gebraucht werden), so daß die Sets einer Serie nach dem Finale abgerissen oder wiederverwertet werden. Das bemalte Holz, Plastik und Metall in den legendären Paramount-Bühnen 8 und 9, das durch unsere Phantasie jede Woche zur Brücke, dem Maschinenraum, dem Kasino und den Mannschaftsquartieren des Föderationsraumschiffes USS Voyager wurde, wird zerstört, während diese Zeilen geschrieben werden. Berichten zufolge stehen der Maschiennraum und das Kasino schon seit einer Woche nicht mehr, und alle anderen Hauptsets werden in den nächsten paar Wochen auseinandergenommen werden - obwohl zum ersten Mal in 14 Jahren die erwähnten Bühnen nicht primär für die nächste Serie genutzt werden werden (die Sets von Serie V werden gegenwärtig auf einer anderen Bühne gebaut). Es ist fast schon geschmacklos und ähnelt dem Begräbnis einer Person, die noch gar nicht richtig tot ist. Warum stiftet man die Sets nicht einem Museum oder verkauft sie einer privaten Ausstellung oder einem großen (und reichem) Fan? Warum macht man sie nicht zu einem Teil des Star Trek Experience in Las Vegas? Vielleicht werden sie das mit der Brücke sogar tun - aber alle anderen Sets sind für immer verloren, da Copyrightfragen und die alleinige Tatsache daß diese Sets nur für die Produktion der nun beendeten Serie Star Trek: Voyager verwendet werden sollten, eine Weiterverwendung verhindern. Selbst wenn sie irgendwann einen Voyager-Fernsehfilm oder einen Kinofilm realisieren sollten, wird es paradoxerweise billiger sein, alles komplett neu aufzubauen, als alle Sets für eine unbestimmte Zeit aufzubewahren. Dennoch - die Sets der Voyager mögen physisch zerstört sein, aber sie sind sicher nicht aus der Geschichte oder unseren Erinnerungen verschwunden. Die Brücke - sie sah zu Beginn schon recht ungewohnt aus für den erfahrenen Star Trek Fan, da sie vom etablierten Brücken-Look der Enterprises am meisten abwich. Trotzdem ist uns dieses Schmuckstück des Sternenflottendesigns über die Jahre ans Herz gewachsen, und trotz der relativ großen Entfernungen zwischen den Stationen, welche z.B. Interaktionen zwischen dem Captain und dem Taktischen Offizier wie in The Next Generation (und einen "Sprung über den Borgen") unmöglich machten, haben einige von uns besonders die beibehaltene Nähe zwischen Captain und Ersten Offizier genossen... Die meiste der auf das Schiff konzentrierte Action fand auf der Brücke statt. Während 7 Staffeln wurde sie mehr als ein dutzend Mal schwer beschädigt und manchmal (bzw. in einigen Realitäten) sogar fast völlig zerstört ("Die Verdopplung", "Ein Jahr Hölle"). Sie wurde von den Kazon, den Voth (wenn auch nur zwei), den Devore und den Borg (wenn auch nur in einer Simulation) und noch ein paar anderen mächtigen Spezies geentert. Aber trotz aller Gewalt und schnellen Action auf der Brücke war dieser Platz doch vor allem ein Ort der gegenseitigen Verständigung und, als das Kommandozentrum eines Raumschiffes, ein Spiegelbild der Star Trek Werte der Erforschung und des Pioniergeistes. Erinnern Sie sich? Die Brücke, welche wir im Finale sehen werden, ist nicht die Brücke, die wir im Pilotfilm "Der Fürsorger" zu Gesicht bekamen - es ist eine völlig neue, immer noch recht junge Version des ursprünglichen Voyagersets. Im Herbst 1998 explodierte eine Glühbirne und verursachte ein Feuer, welche die komplette Rekonstruktion aller Deck 1 Sets erforderlich machte: Brücke, Bereitschaftsraum und Konferenzraum. Ironischerweise wurde der meisten Schaden nicht durch das Feuer, sondern durch das Wasser der Sprinkleranlage verursacht. Die Holodeckepisode "Chaoticas Braut" verdankt ihre Existenz allein diesem Zwischenfall - die wenigen Szenen auf der Brücke und im Konferenzraum wurden Wochen später in den rekonstruierten Sets gedreht. Captain Janeways Bereitschaftsraum - der komfortabelste, der je in einer Star Trek Serie oder Kinofilm zu sehen war. Vielleicht zweimal so groß wie Picards Raum auf der Enterprise-D und E, spiegelt das Set auf großartige Weise die persönliche, familiäre Atmosphäre wider, welche Captain Janeway an Bord ihres Schiffes und unter ihrer Besatzung aufbaute - etwas, das auf einem Schiff, welches tausende von Lichtjahren von zu Hause entfernt in den Tiefen des Raums gestrandet ist, absolut notwendig war. Der weiträumige, leicht erhöhte Sitzbereich neben dem formalen Schreibtisch des Captains, mit dem beeindruckenden Blick auf die noch kommenden Dinge repräsentierte dieses "Stück zu Hause" auf der Voyager, und es war ein großartiger Platz für sowohl freundliche als auch aggressive Gespräche. Janeway und Seven in "Das ungewisse Dunkel" und anderen Episoden, Janeway und Tom Paris in "Dreißig Tage" oder die verschiedenen Janeway und Chakotay Streitgespräche über die Jahre sind einige der Ereignisse, die ich mit dem Bereitschaftsraum verbinde. Natürlich darf die allererste Szene in diesem Set auch nicht unerwähnt werden - Janeways Begrüßung für den "grünen" Harry Kim und den damals nicht sehr beliebten "Beobachter" Tom Paris in "Der Fürsorger". Auf der anderen Seite hat kein anderes Voyagerset die Persönlichkeit Janeways so treffend widergespiegelt wie der Bereitschaftsraum. Selbst ihr eigenes Quartier ist ein leerer Raum im Vergleich dazu. Erinnern Sie sich an "Kontrapunkt" - diese Episode enthielt eine kleine Führung durch die Bereitschaftsraumrequisiten, die nautischen Instrumente und klassischen Kunstwerke, was großartig den irgendwie widersprüchlichen Charakter des Captains und der Menschheit selber aufzeigte - Schönheit und Stärke, Wissenschaft und Glaube, Rationalität und Emotion, irgendwie harmonisch miteinander verwoben... Der Bereitschaftsraum, wenn auch neugebaut, hat sich nur wenig über die Jahre verändert, obwohl der Schreibtischcomputer bemerkenswerterweise seine Farbe von blau in den ersten Staffeln in einen Grünton in den neueren Episoden geändert hat. Wie die Brücke war auch der Konferenzraum ein neuer Ansatz nach den länglichen Versionen, welche in The Next Generation bzw. den TNG Kinofilmen gezeigt wurden. Jedoch ähnelte es ziemlich der klassischen Version aus TOS. Und wie der Bereitschaftsraum repräsentierte er die familiäre, persönliche Atmosphäre an Bord - indem die Senioroffiziere um einen vage kreisförmigen Tisch zusammensitzen welche im Laufe der Zeit leicht verändert wurde (das Loch in der Mitte war anfangs nicht verschlossen, wenn ich mich recht erinnere). Obwohl im allgemeinen dem Raum spezielle Details fehlen, ist Ihnen vielleicht schon mal ein seltsames, modern aussehendes Kunstwerk aufgefallen, welches direkt neben der Tür zur Brücke hängt. Während die Brücke ein Platz der Aktion war, zeigte der Konferenzraum große moralische Debatten und Diskussionen menschlicher Themen, wobei die eher persönlichen Gespräche in den Crewquartieren stattfanden. Besonders in der 5. und 6. Staffel wurde der Raum fast jede Episode für diesen Zweck genutzt, und nicht immer auf gerechtfertigte, überzeugende Weise, weil der Captain allzu oft alle Diskussionen zugunsten ihrer "finalen Enscheidung" unterband - zum Beispiel in "Das Geistervolk" oder "Das Mahnmal".
Und die Rundreise der Erinnerung durch die Voyagersets geht weiter... nächste Woche verlassen wir Deck 1 und werfen einen letzten Blick auf den Maschinenraum, das Kasino und das Astrometrische Labor. Bis dahin,
Christian Rühl Webmaster - Star Trek Dimension
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