"Wer die Hitze nicht verträgt..." Die Situation kurz vor Ausstrahlung des Voyager Finales 18. April 2001 |
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"Wenn du die Hitze nicht verträgst, dann verlasse den Warpkern." - Barclay, "Das Pfadfinder-Projekt" Damals, Anfang März, als das Serie V Casting Sheet an die Öffentlichkeit gelangte, nannte ich die Situation ein "Minenfeld". Nun, gerade mal einen Monat vor der US-Ausstrahlung des Voyagerfinales (das letzte Woche fertiggestellt wurde) und nur zwei Wochen vor dem Drehbeginn des Serie V Pilotfilms, ähnelt sie irgendwie Barclays Warpkern. Genauso wie Materie und Antimaterie sich gegenseitig auslöschen, haben wir Gerüchten zu diesem und Gegen-Gerüchte zu jenem sowohl was Voyager als auch Serie V anbetrifft, wir haben offizielle "Schnipsel" zu beiden Themen, die momentan die Gemüter der Fans erhitzen - aber setzen wir all dies zusammen erhalten wir... nichts! Immer noch nicht sehen wir das komplette Bild des Puzzles, vor allem bezüglich dem Ende von Voyager, und das ist schon ein wenig frustrierend nach Wochen des Hoffens, Fragens und Spekulierens. Es ist so anstrengend weil es kein echtes Ergebnis gibt. Offiziell wissen wir lediglich - neben dem Titel "Endgame" - von Biller, daß es wohl ein "aufsehenseregendes, tosendes Actionadventure" sein soll, in welchem die Borg eine wichtige Rolle spielen, und von Kate Mulgrew, daß es "erschütternd" für die Fans sein wird - aber in welcher Beziehung? Die Gerüchte sind weitaus spezifischer geworden - und in der Tat erschütternd. Die Einbeziehung von Zeitreisen, wobei ein Teil der Episode 23 Jahre in der Zukunft spielen soll, und eine echte Beziehung zwischen Seven und Chakotay (!) wurden in den Gerüchten der letzten Wochen erwähnt. Und sie scheinen sie tatsächlich wahr zu sein - nun, da die an die bei E-Bay versteigerte Presseinformation (welche immer noch eine Fälschung oder Teil einer raffinierten Falschinformationskampagne von Paramount sein könnte, für die Hardcore-Optimisten!) sowohl "einen Besucher aus der Zukunft" als auch "eine neue Romanze" erwähnt. Also, allein aufgrund dieser zwei Angaben kann ich nur extrem besorgt sein. Ich werde versuchen zu erklären warum. Ich habe bereits in einen der letzten Ausgaben die zwei Voraussetzungen für das Finale genannt, welche absolut notwendig sind, um seinen Erfolg und die Zufriedenstellung der Fans sicherzustellen: es muß einzigartig, kreativ und originell sein, ohne bereits verwendete Handlungselemente wiederaufzuwärmen oder gar The Next Generation zu imitieren, das angestrebte, aber nie ganz erreichte Ideal der Voyagerautoren. Und es muß ich strikt auf die Dinge konzentrieren, welche essentiell für das Finale als der Abschluß der ganzen TV Serie sind: die Auflösung zur Prämisse der Serie, und die Einbeziehung einer Verbindung zum Pilotfilm. Nun muß ich ganz einfach fragen: wir haben (höchstwahrscheinlich) die Heimkehr der Voyager und der Crew im Finale, welche das zentrale Thema (oder Problem) der Serie auflöst und wir haben - als der Hauptgegner der Crew, welcher in vier Voyagerstaffeln prominent vertreten war - die Borg mit dabei. Ist das nicht genug? Warum die letzten zwei Stunden mit zusätzlichen Themen verwässern, mit hastig eingeführten Plotkomplikationen, die nicht in den Kontext passen (Zeitreisen) und unglaubliche, plötzliche Charakterentwicklungen (neue Liebesbeziehungen!). Warum es gedrängt, überladen und seicht erscheinen lassen mit zu vielen Handlungssträngen, zu vordergründiger Action und zu wenig Tiefe? Warum es mit halbausgegorenen Ideen und Last-minute-Einfällen ruinieren? Ein gutes Finale ist jenes, bei dem man sich zurücklehnen, genießen und letztendlich sagen kann: das hat so ziemlich alles zusammengebracht, worum es in dieser Show ging, und ihr einen würdigen Abschluß verschafft. Und nicht eine Zitterpartie für die Zuschauer voller "Was zur Hölle..." und "Wie kann..." Kommentare. Es ist der unsägliche Druck, dem die Autoren ausgesetzt sind, wenn sie ein Finale zu schreiben haben (besonders bei einer Show, die von einem US-Network produziert wird): erfülle die Erwartungen aller Fans, bringe alle Handlungsfäden zu einem Abschluß, mache es größer und lauter, überraschender und schockierender als alles dagewesene, um den erwünschten Effekt bei den Hardcore-Langzeit-Fans, den normalen Fans als auch den gelegentlichen "Nur so zum Spaß"-Zuschauern sicherzustellen. UND ICH HOFFE NOCH IMMER daß dies nicht auf "Endgame" zutrifft - trotz der angeblichen Einbeziehung von Zeitreisethemen, welche doch sehr an "Temporale Paradoxie", "Zersplittert" oder "Gestern, Heute, Morgen" erinnern würden, wobei natürlich eine Mischung von Elementen aus all diesen Episoden wahrscheinlicher ist (der Veränderung-der-Vergangenheit-Aspekt aus "Temporale Paradoxie", der Darstellung-der-Familie-in-der-Zukunft-Aspekt von "Zersplittert" und der allgemeine Schiff-in-mehreren-Zeiten-Aspekt von "Gestern, Heute, Morgen"), und der gerüchteweise enthaltenen, bereits jetzt gehaßten Beziehung zwischen Chakotay und Seven, welche nicht nur - ohne logische Gründe und eine glaubhafte (allmähliche!) Entwicklung - vollkommen aus der Luft gegriffen wäre, sondern auch ein gemeiner Schlag ins Gesicht aller Chakotay/Janeway Fans (oder sollte ich lieber sagen: Hoffenden?) sein würde. Nun, da ich diese Entwicklung in den vergangenen Tagen verfolgt habe, bin ich wirklich fast an dem Punkt angelangt, wo ich überhaupt nichts mehr von Gerüchten wissen möchte. Wie nutzbringend sind diese Spoiler und sogenannten "offiziellen Bestätigungen"? Ich habe es zu Beginn erwähnt: sie sind nutzlos, da wir die vollständige Story noch nicht kennen und eine Episode nicht auf Basis von ein paar Ideen und grundlegenden Handlungselementen bewerten können. Man denke nur an die "Q2 Unruhen": alle waren so aufgebracht wegen der "Seven-Nacktszene", welche der Trailer so stolz in den Vordergrund schob. Somit könnte auch in Bezug auf das Finale die Auswahl der Fakten, welche wir kennnen, willkürlich (oder absichtlich) unglücklich sein, wobei uns die Licht ins Dunkel bringenden Verbindungen und Zusammenhänge zwischen diesen fehlen. Aber selbst wenn wir annehmen, daß Zeiteisen und diese neue Romanze wichtige Bestandteile der Handlung sind... Ich werde ein anderes Beispiel anführen. Ich habe "Star Trek: Treffen der Generationen" niemals im Kino gesehen, weil ich damals, 1994, noch nicht ein so großer Fan wie heute war. Vielleicht ein Jahr später bekam ich dann mit, daß die Enterprise-D zerstört und Picards Familie getötet werden würde (oder besser: wurde). Ich war schockiert. Wütend. Erschüttert. Ich dachte ich könnte es niemals den Produzenten vergeben, was sie zum Wohle der Geschichte getan hatten. Nachdem ich inzwischen den Film mehrere Male gesehen habe, bin ich immer noch unglücklich über diese Entwicklung und trauere um die schönste Enterprise von allen mit ihrem organischen Erscheinungsbild, den warmen Konturen und den komfortablen, freundlichen Innenräumen, aber ich verstehe, daß die Ereignisse Teil eines größeren Kontexts waren und den philosophischen Hintergrund der Story bereichern: Leben und Tod, das Weiterreichen der Fackel an die nachfolgenden Generationen. In Hinblick darauf mag das Finale bestürzend, fordernd oder gar schockierend in mancher Beziehung sein, aber als ganzes wird "Endgame" hoffentlich das Finale sein, das sich alle (selbst die Voyager-Hasser) wünschen. Und bis dahin - müssen wir entweder die Hitze des Augenblicks ertragen und für eine baldige Enthüllung der *vollständigen* Prämisse hoffen, oder wir können den Kern verlassen und uns von den Dingen überraschen lassen, von denen wir noch nicht einmal zu träumen wagen... Damit weiter zu einem anderen Thema: Serie V. Hier sind die Dinge meiner Meinung nach nicht mal halb so nebulös wie in Bezug auf unser Lieblingsraumschiff. Es ist alles immer noch reine Spekulation (weil wir immer noch auf diese offizielle Ankündigung warten, Mr. Berman!!!), aber das Bild wird im Moment immer klarer und klarer. Sie haben vielleicht auch von diesem neuen Gerücht gehört, welches vor etwa anderthalb Wochen auftauchte und aussagte, daß Serie V noch vor TOS spielen wird, aber *keine* Geburt der Föderation-Prämisse haben wird. Nun, wieso sollte dieses Gerücht mehr als das sein - ein Gerücht -, ohne eine offizielle Bestätigung für auch nur eines der vermuteten Handlungselemente (welche vielleicht demnächst erfolgt - aber das ist ein großes VIELLEICHT)? Nachdem ich darüber eine ganze Weile nachgedacht habe, erscheint es mir sehr echt zu sein aufgrund folgender Eigenheiten: - Rick Bermans Statement, daß die Prämisse noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt ist, zu einer Zeit, da die Geburt der Föderation schon seit Monaten im World Wide Web als mögliche Prämisse diskutiert wurde. Die neue Prämisse würde ihn nicht als Lügner abstempeln, und doch ist sie der ursprünglichen Idee sehr nahe. - Die merkwürdige Sub-Commander T'Pal des angeblichen Casting Sheets. In einer Serie, welche vor der Gründung der Sternenflotte spielt, wäre ein vulkanischer Offizier natürlich nicht den Erdstreitkräften unterstellt und würde deshalb einen abweichenden (vulkanischen) Rang haben. - Unterscheidung von früheren Star Trek Serien. Eine Serie, die vergleichsweise kurze Zeit nach unserer Gegenwart und eine lange Zeit vor dem Star Trek des 24. Jahrhunderts, mit dem wir nun so vertraut sind, spielt, wären die Produzenten in der idealen Position, ein völlig anderes Star Trek zu präsentieren, was den Rahmen (stellen Sie sich vor: keine Föderation, keine Sternenflotte!), Atmosphäre, Look & Feel usw. betrifft, während sie die grundlegenden Zutaten nicht zu ändern bräuchten: ein Raumschiff, eine Crew, die Mission dorthin zu gehen, wo noch nie zuvor jemand war... in den Raum "vor unserer Haustür", über den wir ironischerweise nach all den Episoden und Filmen noch immer nicht besonders viel wissen. - Kontinuitätsfragen. Es wäre schon ein Coup, besonders für Brannon Braga, dem allseits bekannten Kontinuitätshasser des Franchises. Tatsächlich müßten sie sich zumindest um die "Zwischen-Serien-Kontinuität" nicht besonders kümmern, da wir so gut wir nichts über die Jahre vor 2161 wissen. Die einzige Konstante wäre, daß die Ereignisse letztendlich zur Gründung der Föderation führen werden (vielleicht nur ein paar Jahre nach dem Ende der neuen Serie) und daß die meisten der bekannten Technologien (Phaser, Holodecks, vielleicht sogar Subraumkommunikation, obwohl ich das bezweifle) und viele Rassen (Cardassianer, Ferengi, Trill und viele andeere) unter keinen Umständen benutzt werden dürften. Nachdem dies gesagt ist, werde ich die persönliche Einschätzung dieser Gerüchte dem Leser überlassen. Hoffentlich werden wir nächste Woche mehr wissen, so daß Sie mich entweder umarmen oder erschießen können. Nun, ich wäre doch sehr überrascht wenn alles, was wir diesen Monat gehört haben, nicht wahr wäre. Denken Sie daran: jedes Gerücht enthält ein Körnchen Wahrheit.
Christian Rühl Webmaster - Star Trek Dimension
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